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HUMAYUNS TOMB -
Einer der Höhepunkte im Besichtigungsmarathon der wunderbaren Bauwerke der indischen Hauptstadt war für uns Mausoleum von Nasir ud din Muhammad Humayun (1508-1556). Es steht nahe dem mittelalterlichen, muslimischen Zentrum von Nizamuddin an der Kreuzung Lodi Road und Mathura Road. Delhis erstes Mogul-Grab wurde 1564 nach dem Tod des zweiten Mogul-Herrschers begonnen und anders als der Taj Mahal hat hier eine Frau zum Andenken an ihren Mann ein Denkmal der Liebe erbaut. Humayun starb im Jahr 1556, als er die Treppen zu seiner Bibliothek hinunterstürzte.
Hamida Banu Begum, Humayuns in Persien geborene Witwe und die Mutter des späteren Mogulkaisers Akbar, überwachte persönlich die Arbeiten an dem Monument und schlug sogar vor Ort ihr Lager auf. Die Bauzeit betrug 8 Jahre. Später wurde das Gelände zur Bestattung weiterer Moguln genutzt. Es diente auch als Zufluchtsort für den letzten Herrscher, Bahadur Shah II. (1775-1862), den die Briten 1857 an diesem Ort gefangen nahmen. Heute ist der ganze Komplex auf der World Heritage Site der UNESCO.
Schon der Blick von Eingang ist beeindruckend, von einem Torbogen aus hat man eine schöne Perspektive. Das Grabmahl befindet sich leicht erhöht inmitten von Rasenflächen und Grün. Diese Art von Gärten nennt man Chahr Bagh und sie sind gitterförmig rund um das Grabmahl in exakten Quadraten angelegt. Es war der erste Garten dieser Art in der Region, auf dem Satellitenbild von Google Maps ist die Anlage sehr schön zu erkennen.
Deutlich erkennbar ist, warum es als eines der architektonischen Vorläufer des weltberühmten Taj Mahal in Agra gilt. Auch wenn hier nicht mit reinem Marmor gearbeitet wurde, sondern auch mit rotem Sandstein, so ist die Ähnlichkeit dennoch nicht zu übersehen. Es gibt zahlreiche Friese mit Marmoreinlegearbeiten, nur die kostbaren Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen und Marmor, Pietra Dura genannt, fehlen an Humayuns Grabmahl. Diese Kunst der Verarbeitung kam erst im 16. Jahrhundert mit Künstlern aus Florenz nach Indien. Aber dennoch gehört dieses Grab aufgrund des eleganten persischen Stils zu den prächtigsten historischen Bauwerken in Delhi. Auch wenn oft behauptet wird, wer in Agra war und das Taj Mahal gesehen hat, der könnte sich eine Besichtigung vom Humayuns Tomb sparen: wir behaupten das Gegenteil.
Der Mogulgarten
Das Grabmahl und der Garten sind heute so gut restauriert, weil sich die Stiftung von Aga Khan, der Aga Khan Trust for Culture, kurz AKTC, darum gekümmert und das Unternehmen finanziert hat. Die Arbeiten wurden im März 2003 abgeschlossen. Seitdem ist es wieder möglich, Wasser durch die 3,5 Kilometer langen Rinnen im Garten fließen zu lassen.
Vom Parkplatz aus geht man zuerst durch eine kleine Allee und durch zwei prächtige Tore hindurch, bis man den Mogulgarten mit Humayuns Tomb als zentralem Mittelpunkt erreicht. Eines der Tore weist über geschwungenen Bögen zwei Davidsterne auf.
Wenn man sich dem Grabmahl nähert, durchquert man den weitläufigen Garten. Im hektischen Delhi ist dieser eine Oase der Ruhe mit viel Grün und kühlendem Wasser. Man folgt dem Hauptweg mit sehr schönem Frontalblick auf das höher gebaute, symmetrische Mausoleum. In der Mitte befindet sich ein großes Wasserbecken mit einer kleinen Föntäne. Lange, schmale Kanäle teilen die Wege in zwei Hälften, Büsche und Bäume wachsen auf dem Rasen. Flinke Streifenhörnchen springen herum.
Die rot-weiße Farbgebung des Mausoleums hebt sich schön vom strahlend blauen Himmel ab. Eine sehr steile Treppe mit über 30 cm hohen Stufen, steiler als 45°, führt hinauf auf die Marmorplattform, die das Mausoleum umgibt. Wie überall an den Sehenswürdigkeiten in Delhi, waren auch hier zahlreiche Schulkinder aller Altersklassen zu Besuch. Sobald sich ein Fremder darauf einließ, einen von ihnen zu fotografieren wurde er sofort von einer lärmenden und faszinierten Meute umstellt. Von der Plattform aus hat einen schönen Blick auf den Garten, außerdem befinden sich auch dort ein paar alte Grabmähler außerhalb des eigentlichen Gebäudes.
Im Inneren des Mausoleums gibt es verschiedene Kammern mit Grabmahlen. Zwischen dem Ring der äußeren Räume und der mittleren Kuppel sorgen Fenster mit kunstvollen Marmorgittern für Licht von aussen. Die Schüler jauchzten herum und probierten die Akustik aus, ohne Rücksicht auf den Ort, so wie es übermütige Schüler weltweit tun. Der Lärm war ähnlich, aber die Luft war bedeutend besser als im Taj Mahal. Im Inneren gibt es eigentlich nicht so viel zu sehen, also traten wir wieder heraus ins Helle und gingen um das Mausoleum herum. Der Weg zurück führt wieder die steile Treppe herunter.