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Reisen Ajmer

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Ajmer reisen -

Aus der Geschichte

Ajmer wurde im frühen siebten Jahrhundert vom Hindukönig Ajaypal Chauhan gegründet. Er nannte den Ort Ajay-Meru (unbezwingbarer Hügel). Er errichtete hier Indiens erste Bergfestung (Taragarh). Bis 1192 war Ajmer die Hochburg der Chauhan-Dynaste.

Bereits 1024 wurde Ajmer ersmals von islamischen Erobern unter Mohammud von Gazani (997-1030) angegriffen.

1176 fällt Mohammud von Ghori (1150-1206) von Afganistan aus in Indien ein. Er erobert 1192 Ajmer. Prithviraj III., der letzte Hindukönig, der in Delhi herrschte, wird geschlagen und mit der Errichtung des Sultanats in Delhi eine neue Ära. Ajmer wurde zerstört.

Nach dem Tod von Mohammud Ghori nahm der Kutab-ud-Din-Aibak war berüchtigter Begründer der Sklavendynastie (1206-1290), nach ihm benannt, denn er war ein türkischer Sklave.

Ajmer blieb 200 Jahre lang in türkischer Hand, bis es vom Maharana Mewar (Chittorgarh) erobert wurde. Zwischen 1470 und 1556 wechselte die Stadt häufig ihren Besitzer. Rajputen, Mogulen und Marathen stritten sich um die Herrschaft.

1556 zog der Mogulkaiser Akbar (1556-1605) gegen die Rajputen und machte die meisten der Besiegten zu seinen Verbündeten. Akbars Politik war kompromißbereit. Er betrachtete diese Stadt als günstige Ausgamgsposition, um seine Macht zu festigen. Ajmer war auch wichtiges Handelszentrum. Akbar hielt sich hier mehrere Male längere Zeit auf. Er ließ um die Stadt einen Festungswall errichten, doch von der einst 3737 Meter langen Mauer ist nicht viel mehr als Fragemente vorhanden.

Auch Mogulkaiser Jahangir und Schah Jahan hielten sich gerne in Ajmer auf und errichteten hier bedeutende Bauten. 1616 kam es hier beim Treffen des englischen Botschafters Sir Thomas Roe mit Jahangir zu einem der ersten Kontakte zwischen den beiden Weltreichen.

Im Jahre 1659 fand in Ajmer eine Schlacht zwischen den Mogul-Prinzen Aurangzeb und Dara Shikoh statt, in deren Verlauf Taragarh stark beschädigt wurde.

Die Briten, die mit den Marathen um die Vormachtstellung in Indien kämpften, suchten Unterstützung bei den Rajputen. Es kam jedoch zu keiner Einigung. 1815 gelang es Lord Wellesley, die Sindhias (Marathenfamilie) von Ajmer und Gwalior zu besiegen. Im anschließenden Vertrag konnten die Sindhias sicherstellen, daß die nachdem die Marathen auch auf dem Dekkhan (Südindien) geschlagen waren und daraufhin die Briten Verträge mit den Rajputen schließen konnten, übergab Daulat Rao Schindia Ajmer an Sir David Ochterlony und so blieb die Stadt als Teil des britischen Empires bis zur Unabhängigkeit (1947) unter der Aufsicht englischer Beamter.

Bei der Reorganisation der Fürstentümer im Jahre 1956 wurde Ajmer dann Rajasthan eingegliedert und ist heute das Bildungszentrum Rajasthans.

Sehenswertes

Dargah: Das Heiligtum
Im alten Teil der Stadt, am Füße der kahlen und kargen Hügel, liegt wie eine Insel die bedeutendste islamische Wallfahrtsstätte ganz Indiens.

Nach historischen Berichten wurde der Sufi Heilige Khwaja Muinud-din Chishti 1142 in Sanjar, Persien, geboren. Schon in jungen Jahren widmete er sich spirituellen Fragen und während eines Aufenthaltes in Mekka soll ihn eine prophetische Eingebung dazu veranlaßt haben, nach Indien zu gehen. Um 1191 kam er während der Herrschaft von Prithviraj Chauhan.

Nach Ajmer und gründete hier den Chishti-Orden, den ersten Sufi-Orden in Indien. Durch seine Botschaft der Liebe und seine aufopfernde Hingabe an die Armen, trug er viel zur Verbreitung des Islam bei. Er wurde auch als Khwaja Gharib Nawaz (Schutzherr der Armen) bekannt.


Chishti starb 1236, aber die Zahl seiner Anhänger erstreckt sich heute weit über die Grenzen des Islam, soll doch ein Besuch des Grabes Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Seit Jahrhunderten strömen täglich unzählige Pilger aus allen Teilen der Welt zum Grabmal (Dargah).

Zum Dargah gelangt man durch den Basar. Im Basar kann man die rituellen Opfergaben glänzende Decken für das Grab, Räucherwerk, Süßigkeiten, Rosenblüten und Attar (Parfum) erwerben. Ajmer ist für seine Rosen berühmt und hier wurde auch das Rosen-Attar zur Zeit Jahangirs erfunden.

Der Zugang zum Dargah erfolgt durch ein gewaltiges, weit über die Häuser der Altstadt blickendes Tor, bereits Ende des 12. Jh. von Sultan Iltutmisch errichtet wurde. Viele Jahrhunderte später baute der Nizam von Hyderabad zusätzlich ein großes Innentor.

Hinter diesem Tor stehen zwei riesige Kessel. Diese beiden Kessel (Degs)haben ein Fassungsvermögen von 2612,6 bzw. 1045 Liter. Mogulkaiser Akbar pflegte einmal im Jahr eine Pilgerfahrt von Agra nach Ajmer zu unternehmen, um an diesem Schrein einen Wunsch zu äußern. Er kehrte im Jahre 1570, nachdem sein Wunsch in Erfüllung gegangen und ihm ein Sohn geboren worden war, zum Dargah zurück. Er schenkte dem Schrein den ersten der beiden riesen großen Kessel. Dieser Kessel hat einen Durchmesser von beinahe drei Metern. Akbars Sohn Jahangir schenkte dem Dargah den zweiten Kessel. Die Geschichte berichtet, daß Jahangirs Frau, die Kaiserin Nur Jahan, in diesdem Kesseln höchstpersönlich 1045 Liter Khichri (eine Mischung von Reis und Linsen) kochte und 5000 Arme damit speiste. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten. Die beiden Kessel wurden im 19. Jh. durch die heutigen ersetzt. In ihnen brodelt es jedes Jahr anläßlich der Urs (Totengedenktagsfeier) dieses Heiligen. Die maskierten Männer in ihrer Spezialkleidung bieten einen erstaunlichen Anblick, wenn sie mit langen Leitern in den Kessel steigen, um Eimer voller dampfender Khichris herauszuholen, die sie an die geduldig schlangestehende Menschenmenge verteilen, die hierhergekommen ist, um diesem Heiligen zu huldigen.

Im ersten Hof ließ Akbar die Akbari-Moschee aus rotem Samdstein errichten, als Dank für die Geburt seines Sohnes Jahangir, den er nach dem Heiligen Salim benannte.

Im zweiten Innenhof steht eine weitere Moschee, sie wurde von Schah Jahan aus weißem Marmor gebaut, mit 30 m langem, doch schmalem Hof und einer niedrigen Galerie mit 11 Bögen an der Vorderseite der Gebetshalle. Es ist das wohl schönste Gebäude im Dargah-Bereich.

Das Grab des Heiligen befindet sich im zweiten Innenhof. Der Hauptschrein ist ein quadratischer Marmorbau mit zwei Eingängen und einer Kuppel darüber. Eine goldene Turmspitze, die sich aus einem Blumenkelch entwickelt, krönt den schimmernden Bau. Die Türen des Schreins sind mit Hufeisen beschlagen, erfolgreiche Pferdehändler nagelten sie an. Zum Grabmal pilgern sowohl Hindu - als auch Moslemfrauen, um Kindersegen zu erflehen. Es ist Sitte, einen Faden an das Marmorgitter vor dem Grabmal zu binden und dabei einen Wunsch auszusprechen.

Am Eingang sitzen einige Khadims (Helfer) mit Spendenbüchern. Seine Sie vorsichtig, wenn angebliche Möchtegernführer Sie um eine Spende ansprechen. Man sollte sich davon keineswegs beeindrucken lassen.

Ein Tag beginnt mit dem Klang großer Trommeln zum Morgengebet. Nach den Gebeten wird der Schrein für die Gläubigen, die im Hof Platz nehmen und den Koran rezitieren, geöffnet. Die religiösen Sänger (Kawaals) besingen den Ruhm von Heiligen, dem viele Namen verliehen werden. Am Donnerstag und Freitag finden besondere Massengebete statt, so auch am 6.Tag eines jeden Monates im Moslemkalender. Das Urs ist der Höhepunkt des Jahres, in den ersten 6 Tagen des Rajab, des 7. Monats im Moslemkalender. Die Muslim-Gläubigen sind fest davon überzeugt, daß der Heilige eine wunderbare Kraft auf diejenigen ausstrahlt, die an ihn glauben und ihnen Erfüllung ihrer Wünsche gewährt.

Eine Kopfbedeckung ist unerläßlich und sei es nur ein Taschentuch. Touristen sollen sich respektvoll kleiden. Beim Besuch muß man die Schuhe ausziehen, Socken sind erlaubt.

Adhai-din-ka-Jhopra
Wenn Sie nach dem Dargah durch eine orientalische Gasse weitergehen, erreichen Sie ein noch älteres Zeugnis islamischer Präsenz in Ajmer, stark beschädigte Adhai-din-ka-Jhonpra-Moschee (die Hütte der zweieinhalb Tage). Seinen Namen verdankt das Heiligtum seiner kurzen Bauzeit.

Diese Moschee erhebt sich auf einer hohen Terrasse und lehnt sich an einen geglätteten Felsen mit Eingängen nach Süden und Osten hin. An den reichen und bis ins kleinste Detail genauen Arbeiten, kann man auch heute noch die hochentwickelten Fertigkeiten der Handwerker von damals erkennen, obwohl die Zeit auch hier nicht spurlos vorübergegangen ist.

Im Jahr 1153, ursprünglich als eine Sanskrit-Schule vom ersten Herrscher der Chauhan-Dynastie gebaut, wurde das Gebäude, nach einem Überfall durch Qutb-ud-Din Aibak, ein Feldherr des Mohmud von Ghori und späterer Begründer des Sultanats von Delhi (1206-1210) 1192, in eine Moschee umgewandelt. Zu diesem Zweck setzte man einfach eine Wand mit sieben Bögen vor die Säulen-Halle.

In die Frontseite ist ein prachtvolles Steingitter mit 7 Arkaden eingearbeitet, ein Werk von erlesener Schönheit. Diese Gebetshalle der Moschee ist 78x17 m groß und wird von fünf Reihen Säulen mit wunderschönen Steinmetzarbeiten verziert, von denen 70 noch existieren und höher als die Qutb von Delhi sind. Shamsud-Din-Iltutmisch (1211-36) ließ die Anlage auf eine Breite von 61 m ausweiten. Eine Mauer von 17 m Höhe schließt die Anlage ein.

Die kufischen Inschriften und die Tughra (der kalligraphisch gestaltete Namenszug des Sultans) sind so dekorativ ineinander verwoben sind, daß sie wie ein feines Ornament aussehen.

Die Jhonpra ist auch das erste Beispiel einer umgebauten Moschee mit einem ,,Mazzine" (Gebetsturm für Mosleme), der in Gestalt zweier kleiner Minarette auf die Wand aufgebaut ist. An den Überresten dieser Minarette ist zu erkennen, daß sie sich nach oben verjüngten und innen hohl waren.

Bei Ausgrabungen im Innenhof fand man eine Reihe von Sanskrit-Inschriften. Es handelt sich um steinerne Tabletts aus poliertem Basalt, auf denen der Text zu zwei alten Theaterstücken in Sanskrit eingraviert ist. Auf ihnen wird auch erwähnt, daß Visaldev dieses Bauwerk 1153 errichten ließ und daß es die Funktion einer Lehranstalt besaß.

Die meisten der noch leserlichen Inschriften sind in arabisch. Sie berichten über die Geschichte dieser Moschee, seit sie in den Besitz Shamsuddin Ghoris und seiner Nachfolger gelangte. Die älteste Inschrift befindet sich auf einem weißen Marmorbogen.

Erstaunliche geschichtliche Fakten und bauliche Vollkommenheit haben diese ,,Adhai-din-ka-Jhopra" von archäologischer wie auch architektonischer Sicht zu einem der bedeutendsten Bauwerke Indiens werden lassen.

Ein Fußpfad führt von hier aus steil bergauf zu Taragarh-Fort (Sternenfestung). Diese Hügelfestung erhebt sich 250 Meter über das Tal. Unter Jahangir entstanden hier ein Jagdschloß und einige Wasserbecken, deren Ruinen noch immer zu sehen sind. Zwischen 1860 und 1920 benutzten die Briten die Festung als Sanatorium. Von hier oben haben Sie eine herrliche Aussicht über das Dargah und die Stadt.

Das Rajputana-Museum
Im Stadtzentrum befindet sich eine Burgresidenz der Mogulen. Sie ist als ,,Magazin" bekannt und ein massiver Bau auf quadratischer Basis, von Mogulkaiser Akbar im 16. Jh. errichtet, da er die Stadt häufig besuchte.

Sie diente den Briten zwischen 1818 und 1862 als ihr Rajputana-Waffenlager. Seit 1908 beherbergt sie reichhaltige und zur Geschichte des Landes sehenswerte Staatsmuseum (Rajputen-und Mugul Waffen und-Rüstungen, Skulpturen aus der Zeit des vierten bis zwölften Jahrhunderts und Gemälde). Das Museum ist freitags geschlossen.

Der Nasia-Tempel
Der Nasia-Tempel ist ein Phantasiebauwerk der Jainas, Ein großer Teil des Gebäudes ist nur für Jaina-Gläubigen geöffnet.

Das Hauptgebäude besteht aus zwei übereinandergebauten, hohen Sälen, die je zwei Stockwerken von Galerien entsprechen. Im zweiten Stock kann man auf einer Galerie den unteren Saal umrunden. Ein Stockwerk höher sieht man hinter Glasscheiben ein riesiges Holzmodell des Weltbergs Sumeru, um den die Götter in kleinen Luftschiffen segeln. Man kann auch auf Tafeln die Legende vom Jain-Tirthankara (Wegbereiter)lesen.

Der Tempelbesuch ist empfehlenwert. Öffnungszeiten (8-16 Uhr).

Der Anna Sagar See
Der künstliche Anna Sagar See wurde von dem Chauhan-Hindukönig Arnoraj, dem Großvater des Königs Prithviraj zwischen 1135 und 1150 angelegt, um besudeltes Land zu reinigen, das durch das an jener Stelle vergessone Moslemblut unrein geworden war.

Der Mogulenkaiser Jahangir war von der Schönheit des idyllisch zwischen Hügeln liegenden Sees so beeindruckt, daß er den großen, prächtigen Garten Daulat Bagh am Ufer anlegen ließ.

Der Kaiser Schah Jahan verschönerte den Garten durch eine 378 m lange Marmorwand am See entlang, die mit fünf eleganten Pavillons (Chattris) aus poliertem weißem Marmor geschmückt ist. Im Jahr 1899 ließ Lord Curzon diese Pavillons restaurieren.

Der Anna Sagar See kann jedoch den Wasserbedarf der Stadt nicht decken, da er oft in den Sommermonaten vollständig austrocknet. So muß 5 km talaufwärts ein weiterer Stausee, der Foy Sagar, angelegt werden.

Dieser Ort bietet sich für abendliche Spaziergänge an. Von den Hügeln neben dem Garten ergeben sich herrliche Aussichten in die Umgebung.

Mayo Collage: Eton des Osten
Das legendäre Mayo Collage wurde einst als ,,Eton des Ostens" beschrieben. Nachdem Vorbild der britischen Privatschule hatte man die Lehranstalt im 19.Jh. eingerichtet, um die jungen Rajputen-Prinzen auf ihre fürstlichen Pflichten vorzubereiten. Sir Swinton Jacob war der Architekt des weißem Marmor erbauten Hauptgebäudes.




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