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Chittorgarh reisen -
Aus der Geschichte
110 km östlich von Udaipur, die alte Hauptstadt der Sisodia-Räjputen von Mewar vor der Gründung von Udaipur. Chittor ist für die Hindus ein Symbol geworden wegen des heldenhaften Widerstandes seiner Bewohner gegen die Moslems. Von erbarmungslosen Kämpfen ist eine Ruinenstätte geblieben. Die Geschichte Chittor ist mit Blut und Feuer geschrieben. Dreimal wurde es von Moslems-Herren erobert : 1303 von Alaud-Din Khalji, dem Pathanen-König von Delhi, der die schöne Padmini, Gemahlin des Bhim Singh begehrte, deren Liebreiz in Liedern besungen wurde. Der erste Angriff konnte abgewehrt werden. Alaud-Din aber kam zurück, und als der Fall der Festung unabwendbar schien, versammelten sich alle Frauen mit Padmini in einer unterirdischen Höhle und stürzten sich in die Flammen (jauhar). Die Männer zogen hochzeitliche Kleider in Orange über die Waffenröcke und stürmten den Eroberern entgegen, um den Tod zu suchen.
Nach zehn Jahren konnte die moslemische Besatzung wieder vertrieben werden. 1535 erschien Bahadur Shah, der Sultan von Gujarat, vor der Festung. Wieder verbrannten sich die Frauen, die Überlieferung sagt, 13000, und wieder wurden die Tore geöffnet, für die Krieger in Safrangewändern, über 32000 sollen gefallen sein. 1567, als Akbar die Mauern von Chittor stürmte, wiederholte sich der Feuertod der Frauen und der todesmutige Ausfall der Männer zum dritten Mal.
Jaimal, der Führer der Rathor- und Patta, der Führer der Sisodia-Rajputen, waren die heldenhaften Verteidiger, die bis heute in Liedern weiterleben. Mit der Verlegung der Hauptstadt nach Udaipur endet die Geschichte Chittors. Doch wurde es 1616 wieder zurückerobert.
Die Festung liegt auf einem 153 m hohen, über 5 km langen Felsenrücken mit Steilabfällen ringsherum. Bis 1568 war die Festung bewohnt, erst danach wurde die Siedlung an den Fuß des Burgberges verlegt und die Ruinenstätte innerhalb der Festungsmauer sich selbst überlassen.
Tempel und Paläste vom 9. Bis 17 Jh. Zwei Türme sind die Hauptdenkmäler, der Ruhmesturm, Kirtti Stambha, und der Siegesturm, Jaya Stambha. Ruhmesturm, dem ersten Tirthankara der Jainas Adinath geweiht, errichtet im 12 Jh., rings mit Figuren bedeckt, auf einer engen Treppe kann das 22 m hohe siebenstöckige Denkmal bestiegen werden. Der Jaina-Tempel an seinem Fuß ist neueren Datums, wenn auch aus vielen alten Architekturfragmenten zusammengebaut.
Der Siegesturm errichtet als Denkmal für seinen Sieg über Mahmud Khalji von Malwa im Jahre 1440 von Rana Kumbha (1428-1468). Höhe 36 m, Durchmesser an der Basis 10 m. 9 Stockwerke, die beiden obersten offen und auf einer bequemeren Treppe zu erreichen. Laut Inschrift Bauzeit 1458-1468. Mit Skulpturen bedeckt, so daß kein leerer Fleck bleibt, aber auch der architektonische Aufbau nicht gestört wird. Der älteste Tempel ist der Kalikamata-Tempel, ursprünglich dem Surya geweiht, Vorhalle, Säulenhalle mit Querschriff, Cella mit Vorraum und Umgang, darüber ein Sikhara-Turm.
Im Norden des Siegesturmes der Krisna-Tempel der berühmten Dichterin Mira Bhai, Gemahlin von Rana Kumbha, deren Lieder noch heute gesungen werden. Auf einem Sockel offene quadratische Vorhalle und offene Säulenhalle, der Sikhara über der Cella mit Urusrngas. Von den Palastruinen am eindrucksvollsten der Palast der Rani Padmini, am Ufer eines Teiches, der Pavillion in seiner Mitte gilt als ihr Lieblingsaufenthalt (Ende 13. Jh.).
Enfernung von Chittorgarh : Udaipur 120 km, Bundi 140 km, Bassi 25 km, Bijapur 40 km.
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